Schröpftherapie

Schröpfen: Geschichte und Gegenwart

Die Schröpftherapie ist ein Bestandteil der traditionellen Medizin und zählt zu den klassischen Ausleitungsverfahren. Diese dienen der Entschlackung und Entgiftung des Körpers. Bereits um 3.000 v. Chr. wurde in Mesopotamien der Schröpfkopf als Arztsiegel verwendet. Ähnliche Arztsiegel entstanden später in Griechenland.

Durch den österreichischen Arzt Dr. Bernhard Aschner wurde dann in den 1930er Jahren das moderne und heute noch gültige Verständnis für die Ausleitungstherapien entwickelt.

In der chinesischen Medizin werden Krankheiten niemals isoliert, sondern immer im Zusammenhang betrachtet. Vor der eigentlichen Behandlung erfolgt daher eine ausführliche Anamnese über körperliche Beschwerden, Lebensumstände und Gewohnheiten des Patienten. Das Ganzheitliche Prinzip spielt bei der Festlegung des Behandlungsplans eine wesentliche Rolle. In der chinesischen Medizin werden daher nicht nur die Symptome behandelt, sondern der ganze Mensch. Auch wenn die Symptome bei manchen Menschen gleich sind, kann die Ursache eine ganz andere sein.

Schröpfen: die Behandlungsarten

Beim trockenen Schröpfen werden Schröpfgläser mit einem Saugball auf bestimmte Hautareale gesetzt. Durch Drücken des Saugballs entsteht ein Unterdruck, welcher das Gewebe nach oben zieht, einen Reiz auf den Organismus auslöst und somit Blockaden lösen kann.

Beim blutigen Schröpfen wird die Haut zuvor mit einer Blutlanzette angeritzt. Dann zieht der Unterdruck das Blut verstärkt durch die Verletzungen heraus. Diese Behandlung wird in meiner Praxis nicht angewendet.

Bei der Schröpfkopfmassage verschmelzen das trockene Schröpfen und die Massage miteinander. Um die Gleitfähigkeit zu verbessern wird ein Öl oder eine Salbe auf das betroffene Hautareal aufgetragen. Dann werden die Schröpfgläser gesetzt und ein Unterdruck erzeugt. Durch Bewegen der Schröpfgläser erfolgt eine wohltuende und durchblutungsfördernde Massage (deshalb in der chinesischen Medizin auch als „wandernde Schröpfköpfe“ bekannt).

Schröpfen: die Behandlung

Hauptsächlich werden bestimmte Areale auf dem Rücken behandelt, da hier die Headschen Zonen* verlaufen. Dies sind Hautbereiche, die über das Rückenmark mit bestimmten inneren Organen verbunden sind. Bei einer Erkrankung eines inneren Organs kann es zu einer Überempfindlichkeit oder Schmerzauslösung in diesen Hautarealen kommen. Man spricht dann auch von übertragenem Schmerz.

Beispiele:
• Schmerzausstrahlung in das Bein bei einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule
• Ausstrahlende Schmerzen in die Innenseite des Oberarmes bei Herzinfarkt
• Schmerzen in der rechten Schulter bei einer Gallenkolik

Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt 10 - 20 Minuten. Durch den Saugvorgang können blaue Flecken entstehen, die jedoch nach wenigen Tagen verschwinden. Die Häufigkeit des Schröpfens wird individuell gestaltet. Im Normalfall reichen jedoch 1-2 Behandlungen wöchentlich aus. Dieser Zyklus sollte über 3 - 4 Wochen, je nach Krankheitsgrad, eingehalten werden.
Ziel des Schröpfens ist die Regulation der Selbstheilungskräfte des Organismus.

*benannt nach dem englischen Neurologen Sir Henry Head (1861-1940)

Schröpfen: Wirkung, Behandelbare Erkrankungen, Kontraindikationen

Wirkung des Schröpfens
• Verbesserung der Durchblutung von Haut und Muskulatur
• Optimierte Sauerstoffversorgung
• Anregung des Lymphflusses
• Stärkung des Immunsystems
• Stimulation des Stoffwechsels
• Zuführung von Energie
• Schmerzreduktion
• Selbstheilungskräfte des Organismus regulieren
Behandelbare Erkrankungen
• Erkrankung innerer Organe
• Verspannungen
• Durchblutungsstörungen
• Kopfschmerzen
• Knieschmerzen
• Hüftschmerzen
• Ischias
• Nacken- und Wirbelsäulenschmerzen
• Nervenschmerzen
• Verdauungsstörungen
Kontraindikationen
Es darf nicht geschröpft werden
• bei Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen (z. B. Marcumar)
• auf offenen Wunden
• bei Sonnenbrand
• bei akuten Entzündungen im betroffenen Hautareal
• bei Gerinnungs- und Wundheilungsstörung
• über Muttermalen, Warzen und Narben
• bei Epilepsie und Tuberkulose
Es darf eingeschränkt geschröpft werden
• bei Schwangeren
• bei Tumorerkrankungen