Moxatherapie

Was ist Moxatherapie?

Die Moxatherapie, auch Moxibustion genannt, gehört zu den sehr alten Behandlungsmethoden der asiatischen Medizin und wurde Mitte des 17. Jahrhunderts in Europa bekannt. Das Wort „Moxa“ kommt aus dem japanischen „mogusa“ und bedeutet „brennen“.

Das Moxakraut wird aus den getrockneten Blättern des Beifuß (Artemisia vulgaris) gewonnen. Durch glimmendes Beifußkraut werden bestimmte Akupunktur- bzw. Schmerzpunkte erwärmt. Das Beifußkraut brennt langsam und erzeugt eine milde und zudem tief eindringende Wärme und vertreibt Kälte und Feuchtigkeit. Diese Art der Wärmetherapie fördert nicht nur die Durchblutung, sie wirkt auch hervorragend bei Schwächezuständen, depressiven Verstimmungen und Erschöpfungszuständen.

Moxatherapie: Die Behandlung

Direktes Moxen: es wird mit Hautkontakt gearbeitet.
Reiskornmoxa
Das Beifußkraut wird zu einem Reiskorn geformt, auf den Behandlungspunkt gelegt und dort mit Hilfe eines Räucherstäbchens abgebrannt. Durch eine spezielle Salbe wird verhindert, das dabei Verbrennungen entstehen. Bevor das Moxa abgebrannt ist, wird es mit einer Pinzette entfernt. Dieser Vorgang wird mehrere Male wiederholt.

Indirektes Moxen: es wird ohne Hautkontakt gearbeitet.
Moxa auf Ingwerscheibe
Diese Kombination wirkt wärmend und tonisierend (kräftigend, stärkend). Angewendet, z. B. auf dem Bauchnabel, kann sich die Wärme über den gesamten Bauchraum ausbreiten und aktiviert das Qi (Lebensenergie). Sehr gut bei Oberbauchbeschwerden und Gelenkbeschwerden.
Moxa auf Salz
Diese Kombination wird ausschließlich auf dem Bauchnabel durchgeführt. Der Nabel wird mit Salz gefüllt und obenauf wird dann das Moxakraut gesetzt. Diese Methode wird unter anderem bei Patienten mit schwachem Puls und kalten Gliedmaßen angewendet.
Moxazigarren
Dies sind ca. 20 cm lange Stangen aus gepresstem Beifußkraut. Die glühende, rauchfreie Zigarre wird nah an die Haut gebracht bis ein starkes Wärmegefühl entsteht. Wird die Hitze zu stark, entfernt man sich wieder vom Punkt. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt bis eine deutliche Hautrötung entsteht.
Moxa auf Akupunkturnadeln
Zuerst wird die Nadel in den gewünschten Akupunkturpunkt gesetzt. Dann wird ein Moxahütchen auf die Nadel befestigt und angezündet. Während der Behandlung gelangt die Wärme über die Nadel in die Haut.

Moxatherapie: Die Wirkung

Die Wärme dringt in die Muskulatur ein, reizt das Gewebe und regt auf diese Weise die Blut- und Qi-Zirkulation an. Sie wirkt direkt entspannend auf die Muskulatur und das Gewebe und regt die Durchblutung an. Die Moxa-Behandlung stärkt die Yang Energie, vertreibt Kälte und löst Feuchtigkeit auf. Das Immunsystem wird angeregt und der Gewebestoffwechsel aktiviert. Moxibustion wirkt in einem breiten Spektrum entzündungshemmend und bakterizid. Die Körperabwehr wird nicht nur lokal, sondern auch ganz allgemein angeregt. Durch die Erhöhung der Erythrozyten wird die Sauerstoffversorgung im Gewebe verbessert. Der pH-Wert verändert sich zum Alkalischen. Dies wirkt sich günstig auf Entzündungsprozesse aus. Die Fließeigenschaft des Blutes wird verbessert. Moxa hat eine beruhigende und regulierende Wirkung auf die Nervenfunktionen und beeinflusst somit Stresserscheinungen und Organneurosen positiv.

Moxatherapie: Behandelbare Erkrankungen, Kontraindikationen

Behandelbare Erkrankungen
• Yang-Mangel-Zustände
• Blut-und Qi-Stagnation
• Kälte induzierte Erkrankungen
• Erschöpfungszustände
• Erkrankungen des Atmungssystems
• Magen-Darm-Erkrankungen
• Gynäkologische Erkrankungen
• Erkrankungen der Gelenke
• Erkrankungen der Muskeln und Sehnen
• Kopfschmerzen
• Sexuelle Störungen
Auf Moxatherapie sollte verzichtet werden bei
• Fieber
• Bluthochdruck
• Infektionskrankheiten
• akuten Entzündungen
• Schlaflosigkeit
Risiken
• In der Schwangerschaft können Wehen ausgelöst werden
• Verbrennungen
• Narbenbildung