Kinesiotaping

Kinesiotaping: Geschichte und Gegenwart

Das Kinesiotape wurde in den 1970er Jahren von dem japanischen Arzt und Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelt. Bekannt wurde das Kinesiotape 2008 bei den Olympischen Spielen und ist seitdem im Leistungssport nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist das Kinesiotaping auch bei der Behandlung von Patienten mit Schmerzen und Durchblutungsstörungen etabliert.

Kinesiotaping: Das Tape

Kinesio leitet sich von dem griechischen Wort „kinesis“ ab und bedeutet Bewegung. Tape stammt aus dem englischen und heißt Band.

Das Tape ist aus reiner Baumwolle und mit einem dünnen Gummifaden umwoben. Dadurch bekommt es die benötigte Elastizität und ist in Längsrichtung ca. 40-50% dehnbar. Der wellenförmig aufgebrachte Kleber ist hautfreundlich und wird über die Körperwärme aktiviert. Nach dem Anlegen dehnt und zieht sich das Band zusammen und bildet quasi eine zweite Haut. Das Tape ist atmungsaktiv und wasserbeständig und ist dadurch auch über längere Zeiträume angenehm zu tragen.

Bei der Auswahl der Farben greift man auf die sehr alte Behandlungsmethode der Farbtherapie zu. Rot mit seinen höher schwingende Wellen im Infrarotbereich steht für Wärme. Diese Farbe hat eine aktivierende Wirkung und wird bei akuten Geschehen aufgebracht. Blau liegt mit seinen niedrig schwingenden Wellen im Ultraviolettbereich und verkörpert die Kälte. Dies macht man sich zum Beispiel bei Entzündungen und chronischen Erkrankungen zu Nutze. Gelb soll aufmunternd wirken , grün harmonisierend-ausgleichend, schwarz stabilisierend. Die Wirkung der Farbe beige soll eher neutral sein.

Kinesiotaping: Die Behandlung

Am Anfang steht die Anamnese. Wichtig ist, wie der Schmerz entstanden ist und wie lange er schon besteht. Im Anschluss findet dann eine gründliche Untersuchung statt, bei der die Schmerzpunkte (Triggerpunkte) lokalisiert werden. Diese geben Auskunft, welche Muskeln die Beschwerden verursachen.

Danach beginnt das eigentliche Tapen. Hier ist es entscheidend, dass alle betroffenen Triggerpunkte behandelt werden. Das Tape wird entweder auf gespannte oder entspannte Muskulatur geklebt. Der Zug des Bandes wird dabei abhängig vom Beschwerdebild und der Körperregion reguliert. Bei jeder Bewegung wird das Gewebe sanft angehoben, der beklebte Körperteil erhält eine 24-stündige Massage. Dabei werden Blut- und Lymphfluss positiv angeregt. Da der Schmerz in der Regel sofort nach dem Tapen nachlässt, wird auch eine Schonhaltung bzw. Verspannung vermieden.

Die sanfte Dauer-Massage hat einen unmittelbaren positiven Einfluß auf Muskeln, Gelenke, Lymphe, Gefäße und Nerven. Selbst Faszien und Organe können über das Kinesio-Taping positiv beeinflußt werden.

Das Tape hat einen positiven Einfluss auf
• Narbengewebe
• Faszien und Kapseln
• Gelenkfunktionen
• Muskelansätze und Muskeln
• die Lymphe, Gefäße und Nerven
• das viszerale System (innere Organe)

Kinesiotaping: Behandelbare Erkrankungen, Kontraindikationen

Behandelbare Erkrankungen
• Achillessehnenbeschwerden
• Epikondylitis („Tennis-„ oder „Golferellenbogen“)
• Gelenkschmerzen
• Hämatome (Blutergüsse)
• Kopfschmerzen
• Muskelzerrung / Muskelkater
• Narbenbehandlung
• Rückenschmerzen
• Schwellungen
• Regelschmerzen
Auf Taping sollte verzichtet werden bei
• akuten Infektionserkrankungen
• Allergien (z. B. gegen Acryl)
• Bettlägerigkeit
• Blutgerinnungsstörungen
• Diabetes
• Gefäßverschlüssen/Thrombosen
• Knochenbrüchen, Knorpelschäden
• Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte)
• offenen Wunden (z. B. ulcus cruris)
• Tumorerkrankungen
• Wundheilungsstörungen

Nebenwirkungen und Risiken:
Bei Beachtung der individuellen Voraussetzungen des Patienten treten i. d. R. keine unerwünschten Nebenwirkungen auf.